Wellensittiche und Kinder

Wellensittiche im Kinderzimmer

Mythen der Wellensittichhaltung gibt es viele, zum Beispiel auch, dass Wellensittiche pflegeleichte und unkomplizierte Haustiere für Kinder sind. Kinder freuen sich auf ihr eigenes Haustier, möchten es anfassen, knuddeln und am Besten die ganze Zeit bespaßen. Schnell wird aber zur Realität, dass auch Wellensittiche scheu sein können, ihr Ruhe haben wollen und vor allem nicht (immer) das tun, was wir von ihnen möchten.

Positive Auswirkungen auf die Kindesentwicklung

Laut aktuellem Stand der Wissenschaft ist es förderlich, wenn Kinder mit Tieren gemeinsam aufwachsen. Kinder verfügen über ein besseres Sozialverhalten und lernen, Verantwortung (in Teilen) zu übernehmen. Eltern sollten sich bewusst machen, dass es ihre große Verantwortung ist, einem Kind beizubringen, dass Wellensittiche eigenständige Lebewesen sind, die Bedürfnisse haben, die wir nach bestem Gewissen ermöglichen müssen. Einem Kind also einfach den Käfig mit 2 Wellensittichen ins Kinderzimmer zu stellen reicht also nicht. Es sollte sich ausreichend informiert werden, welche Bedürfnisse Wellensittiche haben, was sie für ein artgerechtes Leben brauchen und was man sonst noch tun kann, damit es ihnen gut geht. Die Kinder kann man dabei wunderbar mit einbeziehen, ihnen erklären, was gut und was schlecht ist. So lernen Kinder ganz nebenbei, was es heißt, sich um ein Lebewesen zu kümmern. Wichtig ist vielleicht noch zu sagen, dass Wellensittiche definitiv keine Kuscheltiere sind!

Eltern in der Verantwortung

Ziehen neue Familienmitglieder ins Haus, so sind völlig vom Standort unabhängig, die Eltern die Verantwortlichen. In die Pflege, Haltung und Versorgung kann man die Kindern wunderbar mit einbinden, auch hier lernen die Kinder stetig weiter und können mit zunehmenden Alter vielleicht auch ein paar Tätigkeiten vollständig übernehmen, allerdings sollten Eltern immer ein wachsames Auge darauf haben und gegebenenfalls eingreifen. Auch Wellensittiche werden mal krank, doch oft ist dies nicht gleich erkennbar, schon gar nicht durch Kinderaugen. Eltern sollten also auch auf Krankheitszeichen ein Auge haben und die Hilfe eines vogelkundigen Tierarztes in Anspruch nehmen. Dies vom Taschengeld zu bezahlen ist nahezu unmöglich (Kosten können in den dreistelligen Bereich gehen) und sollte daher von den Eltern getragen werden. Vor Kindern sollte man Krankheiten und auch den Tod nicht verheimlichen oder verschönen. Ein offenes Gespräch ist viel hilfreicher und vermittelt dem Kind, dass es jetzt nicht alleine da steht, Unterstützung von der Familie erhält und nicht alleine trauern muss. Dieser Rückhalt ist sehr wichtig – übrigens in jedem Alter! Ich war 22 als mein erster Vogel völlig überraschend starb, für mich brach eine Welt zusammen, aber es war für mich sehr hilfreich, dass meine Eltern für mich da waren. Wir waren alle traurig, haben gemeinsam sein Grab ausgesucht und  ihn gemeinsam begraben. So war die Situation für uns alle leichter. Noch heute erzählen wir oft über Krümelchen, er bleibt ein Teil der Familie.

Ab welchem Alter kann ein Kind die Verantwortung übernehmen?

Ich war 13 als ich mein erstes Haustier bekam. Die Verantwortung lag zwar bei mir, aber meine Eltern hatten stets ein wachsames Auge über mich und die Tiere. Ich war alt genug, um zu verstehen, dass dort Lebewesen waren, die Bedürfnisse haben und Pflege brauchen. Ich denke es ist schwer zu sagen, wann das perfekte Alter ist, aber einem Kind ab 12 Jahren ist es durchaus zuzutrauen, sich um ein Haustier mit kleiner Unterstützung der Eltern zu kümmern und es zu versorgen. Nicht zu vergessen sind natürlich spannendere Dinge, die im Leben eines heranwachsenden Kindes bzw. Teenager notgedrungen auftreten und die Wellensittiche auf Platz 2 oder gar noch weiter nach hinten rutschen lassen. Da sind die Eltern in der Verantwortung und müssen die Versorgung teilweise oder gar ganz übernehmen. Ein Wellensittich kann über 10 Jahre alt werden, so sollte man sich dem Ausmaß der Verantwortung sehr im klaren sein.

Dürfen meine Kinder eigenen Haustiere haben?

Kinder sind für uns zwar noch in weiter, weiter Ferne, jedoch hoffe ich sehr, dass auch sie die Begeisterung für Tiere entwickeln. Gerne natürlich auch für Wellensittiche. In die Pflege würde ich sie von Anfang an mit einbinden, aber nicht von ihnen erwarten, dass sie das dauerhaft machen (sofern nicht „ihre“ Tiere mit im Schwarm sitzen). Artgerechte Haltung ist mir sehr wichtig und ich hoffe, dass ich ihnen von klein auf vermitteln kann, was dies bedeutet und wie man es umsetzt. Ich finde es wichtig, dass Kinder Kontakt zu Tieren haben, auch wenn ich selbst erst mit 13 ein Haustier bekam, so haben wir Urlaube viel auf dem Bauernhof verbracht, meine Omas hatten selbst Vögel, später war da noch eine Katze.

 

Wellensittiche sind schlaue kleine Kerlchen, mit denen das Leben nie langweilig wird und auch wenn sie kein Kuscheltier sind und die Interaktion eine andere ist, als mit Hund, Katze oder Kaninchen, so bringen sie viel Spaß und Freude in den Alltag.