Wellensittich-Senioren

Wenn Wellensittiche alt werden

Wellensittiche werden durchschnittlich 10 Jahre alt, wobei dieses Durschnittalter leider sinkt. Das hat mir Überzüchtung, falscher Haltung und auch äußeren Umwelteinflüssen zu tun. Trotzdem sollten wir alles dafür tun, damit unsere Wellensittiche doch noch dieses stolze Alter erreichen oder gar noch älter werden. Wellensittichen sieht man ihr Alter ja nicht zwingend an, außer wir haben wirklich ein Küken vor uns sitzen, bei dem die Wellenzeichnung noch bis zur Wachshaut geht. Ist diese nach der Jugendmauser verschwunden, so ist es sehr schwer festzustellen, wie alt ein Wellensittich ist.

Ab wann gilt ein Wellensittich als Senior?

Ein festgelegtes Alter gibt es nicht, doch oft liest man von 8 Jahren und ich würde sagen, das kommt ganz gut hin.
Unsere Regenbogenkinder Krümelchen war fast 9 und Winnie fast 10. Aber auch hier kann ich bestätigen, dass man ihnen ihr Alter nicht zwingend ansieht, obwohl ich ihr wahres Alter kannte. Während Krümelchen zunehmend ruhiger wurde, nicht mehr wirklich fliegen wollte und sein Gefieder etwas Farbe verlor, war Winnie der Jungspund schlecht hin. Fit, agil und kaum zu bremsen. 

Wie geht es unseren Senioren im Schwarm?

„Offiziell“ ist nur Smookie aktuell ein Senior (geschlüpft im Januar 2008), aber er ist wirklich fit und man sieht ihm sein Alter nicht an. Ab November wird sich dann Murphy dazugesellen (geschlüpft im November 2008). Murphy ist wesentlich ruhiger, fliegt nicht so gerne und hält sich gerne im Hintergrund auf. Wobei ich nicht genau sagen kann, ob das bei Murphy mit dem Alter zu tun hat, sie ist vom Charakter schon einfach wesentlich stiller. Bisher habe ich noch keine Veränderungen am Käfig vorgenommen, Liegebrettchen und breitere Schaukeln sowie ausreichen breite Korkröhren sind vorhanden und werden sowohl von den Jungen, als auch von den Alten genutzt. Ich behalte meine Senioren im Auge und reagiere, wenn es nötig ist. 


Wie erkenne ich einen Senior?

Ältere Wellensittiche zeigen oft bestimmte Verhaltensmuster und auch Alterserscheinungen treten auf

  • Der Flug- und Spieltrieb lässt nach, der Vogel wird im Allgemeinen ruhiger.
  • Ein erhöhtes Ruhebedürfnis liegt vor und der Vogel schläft vermehrt.
  • Der Vogel frisst eventuell weniger, trinkt aber dafür mehr.
  • Auch Krankheiten rücken leider vermehrt in den Vordergrund, allen voran Arthrose, Gicht, Tumore, Rheuma etc.
  • Während der Mauser sind ältere Vögel oft noch geschwächter und sie dauert länger. Ebenso kann es sein, dass das Gefieder in Glanz und Vollständigkeit etwas nachlässt.

Worauf sollte man achten?

  • Ein Vogel der nicht mehr gerne fliegt, möchte aber trotzdem am normalen Alltag teilnehmen und sollte die Möglichkeit haben, über Seile, Leitern und anderen Klettermöglichkeiten zu beliebten Sitzplätzen zu kommen. Hierbei bitte unbedingt die mögliche Absturzgefahr bedenken und gegebenenfalls den Boden polstern!
  • Das Paare auch im Alter nicht getrennt werden sollten, ist hoffentlich selbstverständlich! Sollte ein Tier früher versterben, so ist dies auch kein Grund, ihm keinen neuen Partner dazu zu holen. Achtet auf ein etwas gleiches Alter, ein Küken wäre völlig fehl am Platze, da es den Altvogel stören würde in seinem jugendlichen Tatendrang. Bei einem größeren Schwarm sollte man darauf achten, dass dem Vogel ein Rückzugsort zur Verfügung steht, sodass er vor den „jungen Wilden“ auch mal flüchten kann.
  • Auf Senioren sollte man natürlich doppelt so gut ein Auge drauf haben, wie auf den Rest des Schwarms. Nicht erkennbare Krankheiten wie Arthrose können zu Schmerzen führen, die in Absprache mit einem vogelkundigen Tierarztes behandelt werden sollten.

Was braucht es für ein Senioren-Leben?

Neben den schon im Absatz zuvor erwähnten Kletterhilfen, einem Rückzugsort und natürlich Artgenossen ist es immer sehr vom Vogel abhängig, was er noch zusätzlich benötigt, um ein schönes „Senioren-Leben“ zu führen. Auf eine abwechslungsreiche Ernährung sollte natürlich nicht verzichtet werden und auch wenn es nicht den Anschein machen mag, ein neues Spielzeug oder auch ein altes, sehr beliebtes kann wahre Wunder vollbringen und plötzlich wird ein Vogel wieder aktiv. Auch den vogelkundigen Tierarzt kann man sehr gerne um Rat und Hilfe fragen, um zum Beispiel die Mauser zu unterstützen oder auch um einfach abzuklären, ob eventuell Schmerzen vorhanden sind. Scheut euch nicht zu Fragen! Lieber einmal zu viel zum vogelkundigen Tierarzt, als zu wenig! Das gilt übrigens nicht nur für Senioren 😉