UV-A und -B Strahlen

Die Bird Lamp – unverzichtbar in der Wellensittichhaltung

Bird Lamps oder auch Vogellampen sind mittlerweile unverzichtbar in der Wellensittichhaltung.
Die Lampen, welche aus einem Spezialglasquarz bestehen, erzeugen nicht nur Licht, sondern geben auch UV-A und -B Strahlen ab. Man mag nun denken, dass diese UV-Strahlen ja Teil des Sonnenlichts sind und die Wellensittich zum Beispiel am Fenster stehen oder dort einen Spielplatz haben und so mit ausreichend UV-Strahlen versorgt werden. Doch leider werden die UV-Strahlen durch unsere Fensterscheiben abgefangen und gelangen daher nicht in die Nähe unserer Wellensittiche. Somit müssen einen anderen Weg finden, unseren Wellensittichen die so wichtigen UV-A und -B-Strahlen zukommen zu lassen. Wer eine Außenvoliere hat oder den Käfig auf dem Balkon oder Terrasse stellen kann, ist hier deutlich im Vorteil. Doch nicht jedem ist dies möglich, uns zum Beispiel auch nicht. Unseren 255cm langen bekomme ich definitiv nicht auf den Balkon.

Wellensittiche sind Tetrachromaten

Tetra-was?! Tetrachromaten werden Lebewesen genannt, die vier Arten von Sehrezeptoren nutzen: rot, grün, blau und gelb-ultraviolett. (Wir Menschen nutzen lediglich 3: rot, grün und blau.)
Daher nehmen Wellensittiche ihre Umwelt ganz anders wahr und bei nicht ausreichender Beleuchtung (in Form von UV-Lampen oder direktem Sonnenlicht) können sie ihre Sehfähigkeit nicht komplett nutzen. So können sie ohne UV-Strahlen gegebenenfalls Jungtiere nicht von Alttieren unterscheiden, Hennen von Hähnen oder auch Nahrung kann nicht eindeutig als fressbar identifiziert werden.
Was ebenfalls erwähnenswert ist: Wellensittiche nehmen in der Sekunde rund 150 Einzelbilder wahr, während wir Menschen nur rund 50 wahrnehmen können. Diese Fähigkeit führt dazu, dass ein für uns dauerhaft leuchtendes Licht für unsere Wellensittiche eher einer flackernden Disko-Beleuchtung gleicht. Dies ist nicht nur extrem unangenehm, sondern kann auch zu Schäden führen.

Warum soll ich eine Bird Lamp verwenden?

Können Wellensittich nicht die direkten Sonnenstrahlen nutzen, weil sie nicht in den Genuss einer Außenvoliere oder einem Balkon-/Terrassenbesuch kommen, so müssen wir die UV-Strahlen nach innen holen. Eine Unterversorgung mit UV-Strahlen kann relativ schnell zu Mangelerscheinungen führen, denn die UV-B Strahlen sind wichtig, damit die Haut das Vitamin D synthetisieren kann. Vitamin D wird für den Knochenbau und somit ein gesundes Wachstum benötig. Das ist bei uns Mensch im übrigen nicht anders, auch wir sollten uns regelmäßig draußen aufhalten für eine Vitamin D-Versorgung. Fehlt das UV-B-Licht, wird der Stoffwechsel gestört und die Knochen werden nicht ausreichend mit Kalzium versorgt. Die Folge daraus ist, dass es zu einer Knochenmineralisierung kommt, die Knochen werden weich und brüchig. Auch der Schnabel wird brüchig und es kann zur Legenot kommen, denn die Eierschale wird aus Kalzium gebildet.
Da Wellensittiche ja einen vierten Sehrezeptor haben (Siehe oben – Wellensittiche sind Tetrachromaten), nehmen sie ihre Umwelt ganz anders wahr. Weiße Vögel sind für sie bunt, denn die weißen Federn reflektieren das UV-Licht, auch Artgenossen der eigenen Spezies sehen für sie ganz anders aus als für uns. Bei erwachsenen Wellensittichen reflektiert die Stirn und der Oberkopf (der Teil von der Wachshaut bis zu der Wellenzeichnung) sowie die Wangenflecken das UV-Licht. Jungvögel, deren Wellenzeichnung noch bis zur Wachshaut geht reflektieren in diesem Bereich nicht und können daher von den Altvögeln unterschieden werden.
Auch bei der Nahrungsaufnahme hilft das UV-Licht, denn reifes Gemüse, Obst oder auch Pflanzen haben eine andere Farbe als unreifes. Bei meinem Besuch in der Kleintierklinik in Gießen, wo eine Veranstaltung zum Thema Wellensittiche und Nymphensittiche im Rahmen von „Experten für Halter“ statt fand, kam man ebenfalls auf das UV-Licht zu sprechen. Vögel, die Zugang zu UV-Licht haben, fraßen wesentlich mehr Frischfutter, als Vögel, die keinen Zugang hatten. Auch Anja Reichmann (viele werden sie von der Körnerbude kennen), die ich auf der Veranstaltung traf, konnte dies Berichten. In ihrer Außenvoliere stürzten sich die Vögel regelrecht auf Frischfutter, während im Schutzhaus die Vögel etwas zurückhaltender waren.

Was ist beim Kauf einer Bird Lamp zu beachten?

Mittlerweile gibt es einige Hersteller, die Bird Lamps in diversen Ausführungen anbieten und zwar in so ziemlich jeder Preisklasse. Den Preis sollte man außer acht lassen und sich darauf konzentrieren, was die Lampe zu bieten hat. Lange war nicht eindeutig geklärt, welchen Nutzen Vögel aus den UV-Strahlen ziehen, doch neue Erkenntnisse zeigen, dass sie UV-A und B-Strahlen benötigen. Aquarienlampen (enthalten zu viel blaues Licht) und Tageslichtlampen für Menschen (keine UV-Abgabe) sind für unsere Vögel völlig ungeeignet.
Kompaktlampen haben den Vorteil, dass sie nicht flackern und daher keine „Disko-Beleuchtung“ darstellen (Siehe oben – Wellensittiche sind Tetrachromaten), jedoch sind sie recht klein und können nur ein kleines Feld mit den UV-Strahlen versorgen. Die Bird Lamp gibt es aber auch noch als Leuchtstoffröhre mit bis zu 150cm Länge. Hier braucht man allerdings ein elektronisches Vorschaltgerät, um das Flackern der Röhre zu verhindern.
Je nach Modell und Ausstattung gibt es auch die Möglichkeit die Lampen zu Dimmen, um einen natürlichen Tageslichtverlauf zu simulieren.

Befestigung der Bird Lamp

Die Befestigung richtet sich natürlich nach Art der Lampe, Größe des zu beleuchtenden Bereiches und wie weit die Sitzgelegenheiten der Vögel entfernt sind.
Der Abstand zur Sitzgelegenheit ist nämlich in sofern wichtig, als das die UV-Strahlung nur in einem Bereich von 10 bis maximal 50cm ihre Wirkung hat. Gerade die UV-B Strahlen lassen sich nur in einem sehr kurzen Abstand zum Tier wirklich voll ausnutzen.
Allerdings sollte man den Vögeln auch die Möglichkeit geben, der „Sonne“ auszuweichen, denn bei einer Empfehlung von 6 bis 12 Stunden Beleuchtung durch die Bird Lamp, möchten die Vögel vielleicht auch mal ausweichen.
Wichtig ist noch die Erwähnung des Reflektors. Dieser sollte sowohl für Kompaktlampen, als auch für Leuchtstoffröhren vorhanden sein. Dieser Reflektor bündelt das Licht und lässt es in Richtung der Vögel strahlen. Ohne Reflektor verlieren sich die UV-Strahlen gegebenenfalls im Raum.
Bei der Anbringung sollte man noch beachten, dass die Vögel sich nicht auf die Lampen setzen können (manche Lampen werden heiß) und natürlich sollten Kabel in Kabelkanälen vor den neugierigen Schnäbeln geschützt werden.

Hinweis zur Benutzungsdauer

Um eine ausreichende Versorgung mit UV-Licht zu gewährleisten, müssen die Lampen bzw. Röhren jährlich ausgetauscht werden! Grund dafür ist ein Stoff namens „UV-Phosphor“, der benötigt wird, um die UV-Strahlen zu erzeugen. Der UV-Phosphor baut sich nach und nach ab, die Strahlung nimmt ab und muss daher erneuert werden.
Die Zwergenwelli- Bird Lamp

Ich habe vor einigen Jahren mit einer Kompaktlampe angefangen, die am Käfig befestigt war und täglich ein paar Stunden an war.
Nach dem Umzug in die eigene Wohnung wurde der Raum für die Zwerge natürlich wesentlich Größer und es sollte eine neue Bird Lamp her, die den neuen Anforderungen gewachsen war.
Doch irgendwie war das gar nicht so einfach und wir haben einige Zeit gebraucht, bis wir die Lösung hatten.

Entschieden haben wir uns für eine 120cm und eine 150cm lange Leuchtstoffröhre, die in ihrer Länge fast die gesamten Landeplätze abdecken.
Lichtleisten und Reflektoren hat mein Freund im Großhandel besorgt und sie mit Vorschaltgeräten ausgerüstet (es ist definitiv ein Vorteil einen Elektromeister als Freund zu haben 😀 ).
Die Leuchtstoffröhren sind von der Firma Arcadia, da sie für uns die besten Eigenschaften haben (UV-A und -B Strahlen, einen Kelvinwert von 5600).
Es lohnt sich übrigens, die Preise bei diversen Shops zu vergleichen!