Transport von Wellensittichen

Wie transportiere ich meine Wellensittiche?

Auch wenn ein Transport für Wellensittiche oft mit Aufregung und Stress verbunden ist, so gibt es Situationen, in denen ein Transport unausweichlich ist.

Zum Transportieren sollte man  natürlich nicht den großen Käfig nutzen, sondern auch einen kleinen, handlichen zurückgreifen. Das hat nicht nur den Vorteil, dass er sich einfach tragen oder auch im Auto befestigen lässt, sondern es erleichtert auch das Einfangen beim vogelkundigen Tierarzt. Die im Handel erhältlichen Transportboxen sind in etwa so groß wie ein Schuhkarton und es finden bequem 2 Wellensittiche platz.
Man kann aber auch einen kleinen Käfig kaufen, der gleichzeitig als Quarantäne- und Krankenkäfig dient. Der Käfig in dem Hixx bei uns einzog ist ein gutes Beispiel für einen solchen Transportkäfig:
Hixx

Wir haben eine Transporttasche aus Nylon, die uns bisher sehr gute Dienste leistet. Durch etwas mehr Platz kann der vogelkundige Tierarzt den Vogel beobachten und trotzdem leicht einfangen. Sie lässt sich übrigens sehr platzsparend zusammenfalten und nimmt nicht so viel Platz weg.

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Feste Sitzstangen sind übrigens wesentlich sicherer als eine schwingende Schaukel. Auch sollte man auf Spielzeug und sonstiges Zubehör während des Transports verzichten. Schwingende Dinge können zu Verletzungen führen und gegebenenfalls zu Panik führen. Als Verpflegung eignen sich beispielsweise Kolbenhirse und eine Scheibe Gurke (für den Flüssigkeitsbedarf).

Wie bekomme ich meine Vögel in die Transportmöglichkeit?

Bevor es überhaupt los geht stehen viele Halter vor dem Problem, wie sie ihre Tiere möglichst stressfrei in den Transportkäfig bekommen.
Eine Möglichkeit ist es, den Transportkäfig ins normale Geschehen mit einzubinden und als „Spielzeug“ im Bereich der Wellensittiche aufstellen. So Gewöhnen sich die Wellensittiche an den Käfig und haben weniger Angst. In einem verdunkelten Raum können sich Wellensittiche nicht so gut orientieren und können so von der Stange „gepfückt“ werden. Vertrauen Wellensittiche ihrem Halter, so kann man natürlich auch üben, den Transportkäfig freiwillig zu betreten. Wenn all dies nicht möglich ist oder nicht klappt, bleibt einem leider nur das Fangen mit der Hand.
Ich empfehle dazu ein Handtuch oder einen Handschuh, damit die Wellensittiche nicht eine Angst vor Händen entwickeln. Auch finde ich, ist so das festhalten etwas angenehmer für uns, da man etwas mehr in der Hand hat. Vor Bissen schützt ein Handtuch natürlich auch!

Während des Transports

Ein Tuch über der Transportbox schützt die Wellensittiche vor plötzlichen Bewegungen von Außerhalb. Auch vor Zugluft sind sie so geschützt.
Je nach Wetter sollte man den Aufenthalt im Freien so kurz wie möglich halten und sollten gut abgedeckt werden (Achtung! Luftzirkulation muss gewährlistet sein!). Alles weitere ist abhängig vom Vogel. Manche fahren gerne Auto, andere wieder nicht. Manche mögen Radio, andere Unterhalten sich, ein anderer wird panisch. Wir als Halter sollten so viel wie möglich tun, um ihnen die Fahrt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Mythos: Kranke Wellensittiche überstehen einen Transport nicht und werden noch kranker

Gerade wenn Online nach Hilfe gesucht wird, kommt es oft vor, dass Halter sich weigern, den Vogel zu transportieren und zum vogelkundigen Tierarzt zu bringen. Als Ausrede wird oft Stress oder auch das Wetter genutzt.
Aber mal ganz im Ernst, wenn ein Wellensittich Krankheitszeichen zeigt, ist es oft kurz vor 12. Der Wellensittich ist eindeutig krank und braucht dringend fachkundige Hilfe! Einen Transport empfinde ich als wesentlich stressfreier, als die Situation eines Wellensittichs, der krank in seinem Käfig sitzt, keine Hilfe erhält und wohl möglich Schmerzen hat.
Bitte scheut solche notwendigen und teilweise lebensrettenden Transporte nicht! Auch sollte sich oft im Familien- oder Freundeskreis jemand finden lassen, der einen zum vogelkundigen Tierarzt fährt! Notfalls ein Taxi rufen, auch wenn das teuer wird. Es geht hier um ein Leben!

Ich bin mit Hixx mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Tierarzt gefahren und wir brauchten knapp 75 Minuten. Das war eine lange Zeit, aber notwendig! Ich würde es immer wieder tun.