Sommerhitze

Endlich Sommer!

Wenn die Temperaturen steigen, den ganzen Tag die Sonne scheint, das Freibad endlich wieder öffnet und das Eis noch dreimal besser schmeckt, kommt bei uns so richtig Sommerfeeling auf und wir genießen das Wetter in vollen Zügen.
Zeitgleich machen wir uns aber Sorgen um unsere gefiederten Mitbewohner, denen wir leider kein Eis zur Abkühlung mitbringen können.

Wellensittiche kommen aus Australien

Temperaturen von über 30 Grad sind in Australien keine Seltenheit und auch unsere Wellensittiche sind trotzdem noch an diese Temperaturen eingestellt, wenn auch sie nie Australien betreten oder besser beflogen haben.
Wissenswert ist, dass Wellensittiche nicht schwitzen können. Sie besitzen, ähnlich wie Hunde, keine Schweißdrüsen und regulieren ihre Körpertemperatur über abgestellte Flügel und ihren geöffneten Schnabel.
In ihrer wilden Heimat Australien halten sich Wellensittiche in der heißen Mittagszeit vorwiegend in den Kronen dicht beblätterter Bäume auf und verbringen so die heiße Zeit im Schatten. In den frühen Morgen- bzw. Abendstunden hingegen sind sie sehr aktiv und nutzen die milden Temperaturen aus, um nach Futter zu suchen. Würden sie dies in der Nachmittagssonne tun, würden sie zu viel Energie verlieren.
Auch ich konnte ein solches Verhalten beobachten, als ich noch bei meinen Eltern wohnte. Mein Zimmer lag im ersten Stock, direkt unter dem Dach. Im Sommer war es morgens und abends recht angenehm, die Zwerge waren wesentlich aktiver. Mittags stand die Luft und die Zwerge saßen wie angeklebt auf ihren Schaukeln. Bloß nicht bewegen.
Die stehende Luft ist genau das, was unseren Mitbewohnern Probleme macht, denn hier weht kein laues Lüftchen und auch der Schatten bringt hier nicht viel.

Wie also kühlende Abhilfe schaffen?

Lüften

Das Lüften sollte in die frühen Morgen- bzw. späten Abendstunden verlegt werden, wenn möglich kann auch nachts gelüftet werden, achtet nur auf die Zugluft. Tagsüber, wenn die Temperaturen am Höchsten sind, sollten die Fenster geschlossen bleiben und wenn möglich die Außenjalousin schließen oder zumindest ein Rollo, die die Sonnenstrahlen draußen halten. So bleibt schon ein Teil der Wärme draußen und heizt die Räume nicht noch weiter auf.

Baden

Gerade bei hohen Temperaturen ist ein Bad super geeignet um sich abzukühlen. Egal ob in einer Schüssel mit Wasser, in einer luxuriösen Wellidusche oder im nassen Salat oder Möhrengrün. Manche Wellensittiche lassen sich auch gerne mit einer Blumenspritze ansprühen (Bitte nur Sprühflaschen benutzen, in denen nur Wasser ist und noch nie Dünger war!). Wichtig ist hier die Hygiene, denn durch die warmen Temperaturen vermehren sich leicht Bakterien.

Ventilatoren

Wer kennt sie nicht, die erfrischende kühle Luft von einem Ventilator. Beim Nutzen in Wellensittichnähe sollte man dafür sorgen, dass die Wellensittiche nicht in die Nähe des Rotors kommen. Bitte auch bedenken, dass die vorhandenen Schutzgitter um einen Ventilator manchmal knapp bemessen sind und die kleinen Zehen oder auch Federn problemlos durch die Löcher geraten können. Zudem sollte ein Standort gewählt werden, wo die Wellensittiche keiner Zugluft ausgesetzt werden.

Komm, wir gehen nach Draußen

Wer die Möglichkeit hat, kann natürlich auch den Käfig samt Wellensittich auf den Balkon, die Terrasse oder in den Garten stellen. Allerdings geht das nur, wenn den Zwergen ein schattiges, zugfreies Plätzchen zur Verfügung steht und auch ein wenig Schutz vorhanden ist. Schon ein kleine über dem Käfig fliegender Spatz kann zu Panik führen.

Wasser ist das A und O

 Wie auch wir Menschen sollten auch Wellensittiche immer frisches Wasser zur Verfügung haben. Aufgrund der Temperaturen und der damit verbundenen Vermehrung von Bakterien, ist es wichtig, das Wasser regelmäßig zu wechseln und die Wasserschale zu reinigen.
Müssen Wellensittiche transportiert werden, zum Beispiel zum vogelkundigen Tierarzt, so muss auch hier die Möglichkeit zur Aufnahme von Wasser bestehen. Wer keinen Napf befestigen kann, sollte ein Stück Gurke dem Wellensittich in seinen Transportkäfig geben.

Frischfutter im Sommer

Wir genießen alle das reichhaltige Angebot an Obst, Gemüse und frischen Kräutern, doch ebenso wie beim Wasser müssen wir auch hier auf eine ausreichende Hygiene achten. Gerade Obst sollte im Sommer nur sehr eingeschränkt verfüttert werden, denn hier spielt nicht nur die Temperatur eine Rolle, sondern auch der enthaltene Fruchtzucker, der den Bakterien als Energiequelle zur Verfügung steht und sie noch schneller wachsen lässt. Auch Keim- bzw. Quellfutter stellt im Sommer eine vermehrte Bakteriengefahr dar.