Körperbau

Die Anatomie des Wellensittichs

Flügel sind zum Fliegen da und damit dies möglich ist, muss der Körper ebenfalls an diese Situation angepasst sein. Wellensittiche bzw. Vögel im Allgemeinen unterscheiden sich daher von den Säugetieren. Sie besitzen zum Beispiel kein Fell, sondern Federn, die sie zum Fliegen benötigen. Ihr Atemsystem besteht nicht aus einer Lunge, sondern aus Luftsäcken und die Knochen haben Luftkammern und kein Knochenmark, damit sie leicht genug zum Fliegen sind.

Der andersartige Aufbau des Vogelkörpers ist nicht nur spannend, sondern kann einem als Halter auch helfen, Verletzungen oder Erkrankungen schneller zu erkennen.

Auch ihre Sinnesorgane sind speziell auf ihr Leben ausgerichtet. Diese habe ich in einem extra Kapitel erklärt und erläutert: Sinnesorgane.


Federn

Die äußere Haut der Vögel bildet die Federn, welche aus Keratin (wasserunlösliche Faserproteine) bestehen und zusammen als Federkleid oder Gefieder bezeichnet werden.
Federn schützen den Vogel vor Nässe und Kälte und dienen je nach Farbe zur Tarnung oder ganz gegenteilig zum Auffallen.
Das Gewicht einer Feder ist kaum spürbar, federleicht sinken sie zum Boden, trotzdem wiegen sie zusammen mehr als das Skelett des Vogels.

Es gibt verschiedene Arten von Federn

  • Konturfedern → Körper-, Schwung-, Steuer- und Deckfedern
  • Unterfedern → Daunen
  • Spezialfedern → Halbdunen, Fadenfedern, Borstenfedern und Puderfedern

 

Wachshaut

Die Nasenlöcher unserer Wellensittiche sind von einer unbefiederten Haut umgeben, der Wachshaut. An ihr können wir das Geschlecht bestimmen (zumindest fast immer) und auch gibt sie manchmal Hinweise auf Krankheiten wie einen Tumor oder Hyperkeratose.

Schnabel

Der Schnabel besteht aus dem Unter- und Oberkiefer sowie einem knöchernen Unterbau. Der Schnabel ist je nach Vogelart, Ernährung und Nutzen völlig anders geformt. So gehören Wellensittiche zu den Krummschnäbeln, während beispielsweise Kanarien zu den Spitzschnäbeln gehören.
Auch der Schnabel besteht aus Keratin, welcher von einer Hornsubstanz (Schnabelhorn) überzogen ist.  
Da Wellensittiche und auch andere Vögel keine Zähne besitzen, muss der Schnabel kräftig sein und scharfe Kanten haben. Im Gegensatz zum Oberkiefer ist der Unterkiefer nicht beweglich und unter ihm ist noch eine kleine ungefiederte Stelle, die der Wellensittich benötigt, um seine Nahrung problemlos abschlucken zu können.
Der Schnabel wird nicht nur zur Nahrungsaufnahme genutzt, sondern auch als Greif- und Kletterhilfe. Auch Erkrankungen lassen sich manchmal am Schnabel sehen, liegt zum Beispiel ein Leberproblem vor, wächst der Schnabel meist übermäßig.

Augen und Ohren

Den Augen und Ohren ist das Kapitel „Sinnesorgane“ gewidmet.

Kropf, Verdauungsorgane und Kloake

Auch diesem Bereich ist ein extra Kapitel gewidmet: Grundlagen (der Ernährung)

Bürzel

Wenn Wellensittiche sich ausgiebig ihrer Gefiederpflege widmen, kann man sie oft dabei beobachten, wie sie mit ihrem Kopf über die Rückenpartie kurz oberhalb des Schwanzes reiben und sich anschließend einer bestimmten Körperpartie zuwenden. Genau dort, auf dem Rücken oberhalb des Schwanzes, sitzt die sogenannte Bürzeldrüse.
Diese versorgt den Vogel mit Bürzeldrüsenfett, welches zur Pflege und Imprägnierung der Federn dient.

Füße

Von den Füßen ist oft nicht viel zu sehen, entweder ist ein Bein angezogen oder das aufgeplusterte Gefieder liegt über ihnen. Kann man doch mal einen Blick erhaschen, so lässt sich deutlich erkennen, dass Wellensittiche zwei Zehenpaare besitzen. Ein langes Paar nach vorne und ein kurzes Paar nach hinten.
Jeder Zeh ist unabhängig voneinander beweglich und am Ende mit einer Kralle ausgestattet.
Die Haut der Füße können unterschiedliche Färbungen aufweisen, bei uns haben vor allem die Hennen eher rosa Haut und die Hähne eine graue Haut.