Futterumstellung

Diverse Gründe

Eine Futterumstellung kann aus diversen Gründen erfolgen. Manchmal möchte man einfach etwas an der Fütterungsart ändern, man möchte seine Tiere gesünder ernähren oder es ist zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen notwendig, etwas an seiner Fütterung sowie der Ernährung zu ändern.

Ich möchte auf 2 Situationen eingehen, die ich selbst schon erlebt habe:

  1. Die Umstellung der Fütterungsform
  2. Die Umstellung von Drogeriefutter auf gesunde Mischungen

  1. Die Umstellung der Fütterungsform
    Das Interesse an meinen Zwergen wurde mit zunehmenden Alter größer und größer. Es rückten nicht nur andere Themen in den Vordergrund (bei mir vor allem die gesunde und artgerechte Ernährung), sondern auch die Art der Umsetzung.


    Jahrelang habe ich meinen Wellensittichen jeden morgen den Napf randvoll mit Körnern gefüllt und dann mit erschrecken festgestellt, dass meine Zwerge immer dicker wurden.

    Da auch bei mir damals noch das Drogeriefutter gefüttert wurde, war das natürlich doppelt fatal. Eine ungesunde Futtermischung im Überfluss, das konnte nur gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Doch was tun, ohne den Zwergen völlig vor den Kopf zu stoßen und wohlmöglich noch Stress aufzulösen?Ich stieß damals auf den Begriff Foraging, das Futter sollte gesucht und erarbeitet werden. Das klang für mich erst mal sehr spannend, denn in ihrer wilden Heimat Australien verbringen Wellensittiche schließlich auch viel Zeit damit, ihre Nahrung zu suchen.
    Trotzdem muss man bedenken, dass ein Wellensittich so etwas lernen muss. Man kann nicht einfach alles ändern und davon ausgehen, dass die Wellensittiche verstehen, dass sie ihr Futter nun woanders bzw. in anderer Form vorfinden.
    Es ist schon der ein oder andere Wellensittich verhungert, weil er völlig überfordert war.Was war mein Ziel der Umstellung der Fütterungsform?Meine Wellensittiche sollten nicht mehr im Käfig vor vollen Näpfen sitzen und sich den Kropf vollhauen, sondern sie sollten den Käfig dafür verlassen müssen und sich gegebenenfalls auch etwas „anstrengen“ müssen, um ihr Futter aufzunehmen.

    Was muss man beachten?

    Wichtig ist die Kommunikation zwischen Halter und Wellensittichen. Wir als Halter müssen ganz besonders darauf achten, ob unsere Wellensittiche mitkommen und verstehen, was wir von ihnen möchten. Manchmal bedarf es einen Schritt zurück zu gehen, auch wenn wir vielleicht ungeduldig sind und schnellere Erfolge erzielen möchten. Doch das geht meistens schief und die Leid tragenden sind unsere Wellensittiche.

    Wie bin ich das Ganze angegangen?

    Erst einmal habe ich das Futter rationiert, statt vollen Näpfen gab es 2 Teelöffel pro Vogel, dazu Salat und Kräuter, hin und wieder mal einen Apfel (Damals war Frischfutter noch bäh!). Das Futter gab es noch ganz normal im Käfig in den bekannten Näpfen.
    Mit der Zeit hängte ich die Näpfe um, immer weiter in Richtung Käfigtür. Und zwar dem Tempo der Vögel angepasst, denn erst wenn sie ohne Probleme verstanden hatten, dass der Napf nun woanders hing, ging es einen Schritt weiter.
    Vom inneren des Käfigs ging es nach außen. Immer einen Schritt weiter, bis ich oben am Käfigdach angekommen war.

    Nun mussten meine Zwerge also den Käfig verlassen, um an ihr Futter zu kommen. Entweder sie flogen oder sie kletterten, wie, das war mir eigentlich egal, Hauptsache, sie bewegten sich.
    Im Gegenzug blieb der Wassernapf aber im Käfig, hatten sie Durst, mussten sie also zurück in den Käfig. Die Mineralienbar wurde auf der Gegenüberliegenden Seite im Käfig platziert. Wer Mineralien wollte, musste sich bewegen.
    Um das Ganze noch etwas weiter auszubauen, kann man die Futternäpfe mit Futter füllen und dann einfach 2-3 Löffel Sand, BHG oder ähnliches drüber kippen und eventuell mischen. Nun mussten sich die Zwerge also auch noch bei der Nahrungsaufnahme anstrengen. Dem Ganzen kann man noch einen drauf setzen, wenn man das Futter in Wühlkisten verteilt.

    Welchen Erfolg brachte das?

    Meine Zwerge wurden aktiver und verbrachten endlich wieder mehr Zeit außerhalb des Käfigs. Sie schienen Spaß zu haben, ihr Futter zu suchen und sich auch mal dabei anzustrengen. Ganz nebenbei purzelten ein paar Gramm Gewicht und das, ohne hungern zu müssen. Dies darf ein Wellensittich nämlich niemals!


  2. Die Umstellung von Drogeriefutter auf gesunde MischungenUnsere adoptierten Zwerge haben manchmal eine schlimmer Vergangenheit hinter sich und sind dementsprechend auch gesundheitlich angeschlagen oder haben sogar Fehlprägungen.
    Eine solche Fehlprägung kann zum Beispiel das verweigern anderer Futtermischungen sein, auch wenn diese vielleicht viel gesünder wären.
    Man darf dann nicht den Kopf in den Sand stecken und verzweifeln, sondern muss das Ganze mit etwas Köpfchen und Geduld angehen.Ich möchte hier die Geschichte von Hixx erzählen, der 5 Jahre von Drogeriefutter lebte, nie Frischfutter gesehen hatte und alles neue vehement verweigerte.
    Als Hixx einzog, habe ich natürlich sein altes Futter ausgetauscht und ihm eine gesunde Futtermischung in die Näpfe gefüllt. Die gefährlichen Einhängenäpfe hatte ich entfernt und stattdessen Edelstahlnäpfe in den Käfig gehängt.Es vergingen Stunden, bis Hixx das erste mal zum Napf hüpfte und wie ein Huhn im Napf rumpickte, aber nichts fraß. Im ersten Moment lacht man, im zweiten weint man. Denn wird einem bewusst, dass er schlichtweg Angst hatte vor Edelstahlnäpfen und das gesunde Futter einfach eklig fand (es fehlte vermutlich der Zucker).

    Was war mein Ziel der Umstellung von Drogeriefutter auf gesunde Mischungen?

    Ernährung ist so ziemlich der wichtigste Faktor, was die Gesundheit angeht. Mit der falschen Ernährung ziehen wir unweigerlich gesundheitliche Folgen an.
    Halte ich ein Haustier, so ist es meine Pflicht, es artgerecht zu ernähren. Mit Zucker, Farbstoffen und allerhand Restabfällen versetztes Drogeriefutter gehört definitiv nicht dazu.

    Was muss man beachten?

    Wenn Wellensittiche ein solch extremes Verhalten an den Tag legen, muss man behutsam vorgehen, denn es kann sein, dass ein Wellensittich vor seinem gefüllten Napf verhungert, weil sie Angst zu groß oder der Geschmack völlig fremd ist.
    Man muss dann in den sauren Apfel beißen und das ungesunde Futter weiter füttern.

    Wie bin ich das Ganze angegangen?

    Nach der Erkenntnis, dass Hixx sowohl Angst vor den Edelstahlnäpfen hatte als auch das gesunde Futter völlig verweigerte, durfte er unter Aufsicht aus seinem Einhängenapf sein gewohntes Körnerfutter fressen. Morgens einen Teelöffel und abends einen Teelöffel.
    Im Käfig selbst hing noch eine Kolbenhirse, vor der er erst angst hatte, sich dann aber ziemlich schnell ran traute.
    In den folgenden Tagen habe ich Hixx Körnerfutter langsam mit der gesunden Mischung gemischt. Und zwar wirklich langsam, jeden Tag ein paar Körnchen mehr, bis er fast ausschließlich das gesunde Futter zu sich nahm.
    Das zog sich ein paar Tage hin, war aber die Mühe wert, denn Hixx wog ein paar Gramm zu wenig und brauchte dringend Nährstoffe, die ihm seit 5 Jahren fehlten.

    Welche Erfolge brachte das?

    Wie bereits gesagt, fraß Hixx nach ein paar Tagen fast ausschließlich das gesunde Futter. Er durfte dann ins Vogelzimmer umziehen, wo er sofort und ohne Probleme komplett die gesunden Mischungen fraß, sich auch an Frischfutter ran traute und sich im Grunde gesund fraß. Sein Gefieder bekam wieder Glanz und sah nicht mehr so struppig aus.

    Heute kann man Hixx seine Vergangenheit nicht mehr ansehen. Doch was man deutlich sieht, ist, dass Wellensittiche einen Partner brauchen, um glücklich und gesund zu sein!