Fütterungsregeln

Um unsere Wellensittiche gesund zu halten, Krankheiten vorzubeugen und sie vollwertig zu ernähren, bedarf es ein paar Regeln, die wir als verantwortungsvolle Halter beachten und so gut wie möglich umsetzen sollten.

Handelsübliche Körnermischungen machen krank

Die im Zoohandel oder der Drogerie vorzufindenden Mischungen sind entgegen ihrer (Werbe-)Versprechen alles andere als Gesund, enthält Bäckerierzeugnisse (Brötchenkrümel), Nebenerzeugnisse (Molkereiprodukte), Honig (Zucker pur), Farbstoffe (bunte, nicht definierbare Krümel) und sind auch von der weiteren Zusammensetzung nicht optimal und gehören nicht in die Futterschale unserer Wellensittiche. 
Ein gesundes Körnerfutter hat eine vollständige und klar auflistende Zutatenliste, enthält keine Nebenerzeugnisse und keinen zugesetzten Zucker. Stattdessen besteht es rein aus Körnern und Saaten und enthält allerhöchstens Zusätze wie Kräuter, getrocknete Blüten oder Gemüse.

Rationiertes Körnerfutter

Auch wenn es nach wenig aussieht, 2 Teelöffel (~10 Gramm) Körnerfutter sind ausreichend pro Wellensittich am Tag.
Wenn die Futterschalen täglich randvoll gefüllt werden und das Futter im Übermaß angeboten wird, besteht die Gefahr des Übergewichts und damit viele Folgeprobleme. Es liegt in der Natur unserer Wellensittiche den ganzen Tag Futter zu suchen und aufzunehmen, schließlich könnte eine harte Zeit anbrechen. Das ihnen das bei uns nicht passieren wird, können wir ihnen schlecht erklären, deshalb müssen wir acht geben auf die Menge an Futter, die ihnen zur Verfügung stehen muss.

Gemüse, Kräuter, Wiesengräser, Wildpflanzen und Obst sind ein tägliches Pflichtprogramm

Natürlich muss nicht zwingend von allem jeden Tag etwas dabei sein, im Fall vom Obst wäre dies aufgrund des Fruchtzuckers auch nicht gut, aber trotzdem sollten wir – nein wir müssen – den Speiseplan durch gesunde Frischkost täglich ergänzen. Wer in der Natur sammeln geht, sollte fernab von Straßen suchen und beim Kauf im Supermarkt sollte wenn möglich aus Bioanbau gekauft werden.
Auch auf dem Balkon oder im eigenen Garten kann vieles für die Zwerge angepflanzt werden und das ohne großen Aufwand. Die Wellensittiche werden sich mit leer gefressenen Schalen bedanken. Mehr zum Thema findet ihr im Kapitel „Frischfutter anbieten

Meine Wellensittiche fressen kein Grünzeug, deshalb bekommen sie auch keins

Unsere Wellensittiche sind durchaus kleine Feinschmecker, aber auch manchmal kleine Angsthasen. Oft wird grünes Frischfutter sehr gut angenommen, vor rotem haben viele Angst. Wichtig ist, dass man nicht täglich eine große Auswahl anbietet, sondern ruhig ein paar Tage oder gar Wochen immer das Selbe. So kann der Salat plötzlich doch nicht mehr beißen und man kann ja mal gucken gehen. Die Frischfutterpalette kann man so nach und nach erweitern.

Leckereien nur in kleinen Mengen

Was uns die Tüte Chips, ist den Wellensittichen ihre Kolbenhirse und beide haben etwas gemeinsam: sie machen bei übermäßigem Verzehr dick. Daher sollte man Kolbenhirse in Maßen geben, zum Beispiel zu Trainingszwecken oder als Belohnung. Ausnahmen sind kranke Wellensittiche, die die Kolbenhirse dann dem Körnerfutter bevorzugen und wir dies auch als „unterstützende Maßnahme“ sehen sollten, denn ein nicht fressender Wellensittich ist für eine Genesung nicht vorteilhaft.

Keine zu mutige bzw. übervorsichtige Fütterung

Sowohl „Ach, dass fressen die Vögel draußen doch auch, das wird ihnen schon nicht schaden“ als auch „Nein, Gurke füttere ich nicht, davon bekommen sie Durchfall“ sind keinesfalls förderlich für eine gesunde Fütterung unserer Wellensittiche. Es gibt durchaus Pflanzen, die für unsere Wildvögel geeignet, und im Gegensatz für unsere Wellensittich völlig ungeeignet sind. Wer sich also unsicher ist, kann in Büchern oder auch Foren bzw. Facebookgruppen (zum Beispiel „Vogelfutterpflanzen“) Rat sowie Hilfe zur Bestimmung finden.

Langsame Futterumstellungen

Stellt man fest, dass seine Fütterung nicht unbedingt den Empfehlungen entspricht und gerne etwas ändern möchte, sollte es langsam angehen. Eine plötzliche Umstellung kann zu viel Stress führen, was wiederum für die Gesundheit nicht förderlich ist.
Mehr zum Thema findet ihr im Kapitel „Futterumstellung„.