Eingangscheck und Quarantäne

Das Pflichtprogramm

Neue Wellensittiche können aus den verschiedensten Gründen bei einem einziehen:

  • Der Partnervogel ist verstorben und man möchte einen neuen Partner holen.
  • Man möchte seinen Schwarm vergrößern.
  • Man möchte endlich die Einzelhaltung aufgeben und einen Partner dazusetzen.

Es mag noch allerhand mehr Gründe geben, aber das Wichtigste, was man sich in diesem Zusammenhand merken sollte:
Quarantäne und Eingangscheck sind Pflichtprogramm! Egal wie gesund ein Vogel aussieht, egal wie fit er ausschaut, egal wie gut der Eindruck vom Züchter oder vorherigem Halter war.
Einzige Aufnahme: Der vorherige Besitzer kann einen Nachweis einer Untersuchung beim vogelkundigen Tierarzt nachweisen.

Warum ist das so wichtig?

Wellensittiche sind gute Schauspieler, denn wenn sie Anzeichen von Schwächen zeigen würden, könnte es sein, dass sie vom Schwarm ausgegrenzt werden.
Sie tun also alles, was in ihrer Macht steht, um nicht auffällig zu sein. Das ist übrigens auch der Grund, warum man mit kranken Wellensittichen so schnell wie möglich zum vogelkundigen Tierarzt gehen sollte. Ist die Krankheit deutlich ersichtlich, geht es dem Tier schon sehr, sehr schlecht und benötigt dringend Hilfe!

Hinzu kommt, dass bereits ein kranker Wellensittich ausreicht, um den kompletten restlichen Schwarm anzustecken. Dies ist dann nicht nur teilweise sehr stressig und zeitraubend, sondern für den einen oder anderen finanziell überhaupt nicht tragbar. Die Summen können sich schnell addieren und man ist Geldbeträge im 3 oder sogar 4-stelligem Bereich los. Also lieber einmal in den Eingangscheck investieren, anstatt den kompletten Schwarm behandeln zu müssen.

Neue Familienmitglieder sollten also gründlich untersucht werden, bevor sie zu den restlichen Vögeln dürfen.

Quarantäne

Quarantäne bedeutet, dass alte und neue Vögel voneinander getrennt werden. Sowohl vom Käfig her, als auch räumlich. Denn es bringt ja nichts, wenn sie Vögel zwar in getrennten Käfigen untergebracht werden, aber im selben Raum stehen. Für übertragbare Krankheiten ist das sozusagen der Jackpot und schwupps ist der gesamte Schwarm betroffen. Die Quarantänezeit richtet sich nach dem Eingangscheck, erst wenn dieser okay war, alle Befunde da sind und eventuelle Behandlungen abgeschlossen sind, dürfen die Tiere zusammengelassen werden.

Eingangscheck

Der Eingangscheck kann bei jedem vogelkundigen Tierarzt gemacht werden (Eine Liste von allen vogelkundigen Tierärzten ist hier zu finden.) und beinhaltet sowohl eine Allgemeinuntersuchung als auch Laboruntersuchungen (je nach Praxisausstattung müssen manchmal auch Proben verschickt werden).
Wie läuft so ein Eingangscheck ab?

Wir waren am 27. Juli 2016 mit unseren beiden Notfedern Yva und Farley beim Eingangscheck:

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Yva und Farley beim vogelkundigen Tierarzt. Tupfer, Wattestäbchen und Objektträger zum Sammeln der Laborproben standen schon bereit. Ebenso die Akte der Beiden und eine Waage.

Zuallererst wurden ein paar Kotbällchen auf einem Objektträger gesammelt und  es ging ins eigene Labor der Praxis – Befund negativ! Keine Parasiten, Futter gut verdaut, keinerlei Auffälligkeiten.

Anschließend wurden Yva und Farley nacheinander aus der Transporttasche (die übrigens mal wieder sehr bestaunt wurde, die Helferin war völlig begeistert) genommen und es wurde eine Allgemeinuntersuchung gemacht sowie diverse Proben genommen:

• Sie schaute sich Füße und Wachshaut an: Keine Anzeichen für Grabmilben oder sonstiges.
• Das Gefieder wies ebenfalls keine Parasiten vor und es war vollständig.
• Schnabel, Schnabelhöhe und Krallen sahen gut aus und es mussten keine Kürzungen vorgenommen werden.
• Sie hört sie ab, aber zum Glück waren keine Atemgeräusche oder Knacken zu hören.
• Sie tastete Kropf und Bauch ab – alles weich und damit okay .
• Es konnten keine Trichomonaden  oder ähnliches nachgewiesen werden.

• Yva wiegt 40g, Farley wiegt 37g – so soll es sein.

Je nach Ausstattung der Praxis müssen eventuell Proben verschickt werden und es kann ein paar Tage dauern, bis die Ergebnisse alle vorhanden sind.
Manche Tests, wie Nachweise von Viren, kann man auch privat an Labore verschicken, denn dies ist oft günstiger.

Finanziell gesehen? Uns hat der Eingangscheck mit allen Ergebnissen für Beide 78€ gekostet (also 39€ je Wellensittich). Der Preis kann variieren, je nach Abrechnung der Tierarztpraxis sowie der benötigten Labore.

Zusammenfassung:

  • Die Quarantäne muss in verschiedenen Räumen und Käfigen stattfinden.
  • Die Wellensittiche dürfen keinen Kontakt zueinander haben.
  • Ein Eingangscheck beim vogelkundigen Tierarzt ist Pflicht.
  • Erst nach dem Eintreffen aller Ergebnisse sowie dem Abschluss aller eventuell nötigen Behandlungen und dem „Go“ des vogelkundigen Tierarztes dürfen die Wellensittiche vergesellschaftet werden.
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Die Wiegebox unserer vkTÄ.
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Die Kartei unserer Zwerge 🙂