Abschied nehmen

Der Umgang mit dem Tod

Wenn wir uns mit unseren Wellensittichen Leben ins Haus holen, so werden wir früher oder später auch mit dem Tod konfrontiert. Der Tod gehört zum Leben dazu und lässt sich nicht verhindern. Ein verstorbenes Haustier, egal ob Wellensittich, Hund oder Katze, ist immer schmerzhaft und oft mit Trauer verbunden. Es spielt hier keine Rolle, ob das Tier friedlich eingeschlafen ist oder ob man es erlösen lassen musste.
Nicht selten bekommt man zu hören, dass es doch nur ein Haustier war und man sich doch ein neues anschaffen könnte. Das das Haustier aber ein vollwertiges Familienmitglied war und nun eine Lücke hinterlässt, verstehen sie oft nicht.
Wie offen man mit seiner Trauer umgeht, ist jedem selbst überlassen und Personen im Umfeld sollten dies akzeptieren.

Der richtige Zeitpunkt – Erlösen und der natürliche Tod

Der Tod gehört zum Leben dazu, es ist der natürliche Lauf des Lebens. Für uns als Halter sollte die Lebensqualität an erster Stelle stehen, wenn es um das Thema Tod geht.
Besteht eine Heilungschance? Kann der Wellensittich mit der Erkrankung oder einer Einschränkung leben? Kann eine Schmerzfreiheit durch Schmerzmittel erlangt werden? Ist eine veränderte Haltung durch den Halter möglich? Wenn man dies mit „Ja!“ beantworten kann, dann lässt sich der Tod umgehen, zumindest vorerst.

Gibt es jedoch keine Heilungschancen, die Einschränkung wäre belastend, die Schmerzen bestehen trotz Schmerzmitteln und das Tier leidet, dann sollte eine Erlösung beim vogelkundigen Tierarzt besprochen werden. Der vogelkundige Tierarzt kann hier beraten und zur Seite stehen, auch wenn wir als Halter letztendlich den Entschluss fassen müssen.
Hier steht ganz klar der Verstand im Vordergrund, denn wir sollten uns in unseren Wellensittich hineinversetzen, nachvollziehen, wie es ihm geht und was das Beste wäre.

Verstorben. Und dann?

Es gibt viele Möglichkeiten von einem Tier Abschied zu nehmen:

Tierkörperbeseitigung über den vogelkundigen Tierarzt:
Wurde das Tier beim vogelkundigen Tierarzt erlöst oder verstarb dort, so kann die Praxis eine Tierkörperbeseitigung anbieten. Viele Halter lehnen dies ab, da der Körper weiter verwertet wird.

Ein Grab im eigenen Garten
Die wohl am häufigsten verwendete Abschiedsmethode, die Bestattung im eigenen Garten. Hier kann man einen schönen Platz aussuchen, welchen man aber bei Bedarf jederzeit wieder aufsuchen kann. Man kann diesen Platz dekorieren und so an den Wellensittich erinnern.
Wichtig ist, dass das Grundstück nicht in einem Wasserschutzgebiet liegt bzw. das Grab nicht an einem Weg oder einer Straße. Hatte das Tier eine meldepflichtige Krankheit, so darf es nicht im Garten bestattet werden.
50cm tief sollte man graben und natürlich nur Materialien benutzen, die verrotten (zum Beispiel einen Pappkarton als Sarg).

Das Tierkrematorium
Auch Haustiere können eingeäschert werden und finden dann in einer vorher ausgesuchten Urne ihren Platz. Diese Methode ist etwas kostspielig.

Die Tierfriedhöfe
Auf einem Tierfriedhof kann man ein Grab anmieten, um sein Haustier zu bestatten.


Mit der Trauer umgehen

Eine angemessene Bestattung hilft vielen Haltern ein Stück, ihre Trauer zu verarbeiten und Abschied zu nehmen. Das Grab kann immer wieder aufgesucht werden, es kann gepflegt und schön hergerichtet werden.
Da jeder mit seiner Trauer anders umgeht, muss man für sich den richtigen Weg finden und als außenstehender sollte man ruhig Hilfe anbieten. Es gibt zwar nicht „die“ Lösung, um jemandem Beizustehen, aber oft sind schon kleine Gesten sehr unterstützend.

Trauernde Kinder

Gerade vor Kindern sollte man den Tod nicht verheimlichen oder verschönen. Ein offenes Gespräch ist viel hilfreicher und vermittelt dem Kind, dass es jetzt nicht alleine da steht, Unterstützung von der Familie erhält und nicht alleine trauern muss. Dieser Rückhalt ist sehr wichtig – übrigens in jedem Alter! Ich war 22 als mein erster Vogel völlig überraschend starb, für mich brach eine Welt zusammen, aber es war für mich sehr hilfreich, dass meine Eltern für mich da waren. Wir waren alle traurig, haben gemeinsam sein Grab ausgesucht und  ihn gemeinsam begraben. So war die Situation für uns alle leichter. Noch heute erzählen wir oft über Krümelchen, er bleibt ein Teil der Familie.

Trauernde Partnertiere

Der Verlust eines Schwarmmitgliedes bleibt auch den restlichen Tieren, vor allem bei verpaarten Tieren, nicht unbemerkt. Sie suchen und rufen – und natürlich trauern sie auch. Oft gibt sich das nach ein paar Tagen, gerade wenn mehr als 2 Wellensittiche vorhanden sind, denn so bleibt ein Teil des Umfeldes um sie herum. Viel tun kann man nicht, denn ihnen kann man nicht erklären, was passiert ist und wo das Schwarmmitglied nun ist. Bleibt ein Wellensittich zurück, so sollte man möglichst schnell einen neuen Partner dazu holen. Ist der Schwarm größer, so kann man sich mehr Zeit lassen (sofern man denn überhaupt wieder aufstocken möchte).

Eigene Abschiedserfahrungen

3 Regenbogenkinder haben wir bereits und jeder Abschied war traurig.  Krümelchen mussten wir erlösen lassen, Winnie verstarb bei einem Tierarztbesuch und Hixx starb in stationärer Behandlung. Jedes mal flossen Tränen, auch wenn man vielleicht schon mit dem Tod gerechnet hatte (zum Beispiel bei Hixx). Trotzdem fehlt plötzlich jemand und jeder Blick ins Vogelzimmer wird schmerzhaft. Mir hilft der Rückhalt von Freunden und Familie sehr.
Aber trotz Schmerz und Trauer ist dies für mich kein Grund, die Zwergenhaltung aufzugeben. Weiteren Notfedern ein Zuhause zu schenken, ihnen noch ein bisschen Freude und ein artgerechtes Leben zu geben, ist für mich ein großes Geschenk.